Die Plattform LinkedIn zählt in der D-A-CH-Region inzwischen 15 Millionen Nutzer. Tendenz steigend. Und zwar 10 Prozent pro Jahr. Der strategische Marketing- und Kommunikationsberater Ralf Ressmann ist seit 2004 auf der Plattform vertreten. Er berät Kunden mit einem nachhaltigen Ansatz zur Leadgenerierung via LinkedIn. Sein Wissen gibt es auch in Kursen an der Avance Academy weiter.
Ralf, ich bin doch schon bei Xing. Ist das nicht viel besser für Deutschland? Noch eine weitere Plattform bedeutet ja auch mehr Arbeit.
Ich bin auch noch auf Xing, aber die Plattform verliert immer mehr an Reiz. In meiner Zielgruppe stoße ich kaum noch auf Resonanz. Von mehr als 800 Kontakten antworten mir vielleicht drei auf eine Event-Einladung. Das dauert dann vier Wochen. Bei LinkedIn habe ich nach 4 Stunden 70 Interessenten. Grundsätzlich gilt aber: Erfolgreiche Marketer sind dort, wo Ihre Zielgruppen sind. Ich bin deshalb immer etwas vorsichtig mit der Aussage: Xing hat ausgedient. Das muss jeder für sich und seine Zielegruppe testen. Tatsache ist jedoch, dass sich bei LinkedIn viel mehr um Content dreht. Das macht es leichter die richtigen Botschaften zu platzieren. Und auch das Monitoring des Erfolgs ist bei LinkedIn viel transparenter.
Apropos Erfolg. Was braucht es denn bei LinkedIn dazu?
LinkedIn ist ein Tech-Unternehmen, das mit Detailzahlen eher zurückhaltend agiert. Was wir trotzdem wissen, ist dass die wichtigste Tugend Geduld ist. Mit der Brechstange geht es bei LinkedIn nicht. Erst muss ich mein Netzwerk auf diesem Kanal aufbauen und erweitern. Ich brauche eine klare Strategie für das Kontaktmanagement: 5 potentielle Kunden als Kontakt sind besser als 500 Vertriebler, die mir etwas verkaufen wollen.
Doch auch mit dem richtigen Netzwerk gilt: Wir müssen viel mehr zuhören. Man spricht auch vom Social Listening. Dahinter verbirgt sich das Lesen, Teilen oder Liken von Beiträgen.
Vom Zuhören alleine bekomme ich aber noch keine neuen Leads.
Jein, in jedem Fall kann ich sagen: Ohne Zuhören gibt es keine neuen Leads. Aber natürlich müssen wir auch nützlichen Content beisteuern. Dazu braucht es eine Content-Strategie und umfangreiche Kenntnisse der verschiedenen Formate. Manchmal erregt ein kleines Zitat mehr Aufmerksamkeit und Abrufe als der sorgfältig recherchierte Blogbeitrag, der bei LinkedIn geteilt wird.
Beim Thema Content-Strategie verrätst Du doch sicher auch ein paar Tricks, wie wir unsere Reichweite auf LinkedIn erhöhen können. Oder?
Ich lese jedes Experiment in Sachen LinkedIn, das ich kriegen kann. Und natürlich teste ich alleine sowie mit Kundinnen und Kunden den Erfolg verschiedener Formate zu verschiedenen Uhrzeiten. Aber ich muss immer wieder sagen: LinkedIn ist kein Schachspiel gegen eine künstliche Intelligenz. Es geht um echte Beziehungen und den Austausch auf Augenhöhe. Wenn die Mitarbeitenden die Beiträge Ihres Firmenprofils mit Likes und Shares hochjubeln bringt das vielleicht einen kurzfristigen Erfolg. Aber LinkedIn ist ähnlich schlau wie Facebook oder Google. Auch dort werden die scheinbar genialen Schlupflöcher immer schnell geschlossen. Und bei LinkedIn habe ich ebenfalls den Eindruck, dass Beiträge von Firmen, die sich nur selbst feiern, auch nur in diesem Kreis ausgespielt werden.
Deshalb ist der Aufbau echter digitaler Netzwerke wesentlich nachhaltiger. Auch wenn man dafür Zeit und Arbeit investieren muss. Aber das lohnt sich!
Wie immer an dieser Stelle sagen wir „Vielen Dank!“ und möchten auf Veranstaltungen mit Ralf Ressmann hinweisen:
Digitale Leadgenerierung mit LinkedIn am 29.04.2021








